Es ist schwer mit einem bereits jetzt schon so großartigen 2011 in der Vergangenheit zu schwelgen.
Nichtsdestotrotz und besser spät als nie:
#05 Deerhunter - Helicopter
Der Hype um Deerhunter war groß letztes Jahr und ich bin der Erste, der das versteht.
"Helicopter" ist trotz oder gerade wegen seiner tragischen Thematik mein Lieblingstrack von "Halcyon Digest". Diese 80er Gitarren, das Delay auf dem Drumloop und immer wieder Bradford Cox Stimme. Irgendwo zwischen lieblich hypnotisierend und absolut verstörend und gerade deswegen so einzigartig.
- "Now they are through with me."
#04 The National - Conversation 16
Nach meinen Büchern voller Lob hat es lange gedauert, bis ich den Herren um Matt Berninger den katastrophalen Auftritt beim Haldern Pop 2010 verziehen habe und wieder auf Los stand. Der Magie von "High Violet" konnte ich mich letztendlich nicht entziehen und so hätten es auch noch eine Handvoll anderer Songs verdient hier zu stehen. "Conversation 16" ist der wohl beste Text den Berninger je geschrieben hat und passt wunderbar zur gespenstisch-treibenden Atmosphäre des Songs.
- "I´m a confident liar, keep my head in the oven, so you know where i´ll be."
#03 Beach House - 10 Mile Stereo
Auch wenn ich das später als andere erkannt habe: "Teen Dream" (nicht zu verwechseln hiermit) ist eine der besten drei Platten des Jahres und dem Duo aus Baltimore ist endlich der verdiente Durchbruch gelungen.
Es ist ein Album ohne Füller oder sonstige Ausfälle, das den eingängigen und verträumten Stil der beiden perfektioniert hat. Allein diese Tatsache hat mir die Songauswahl ziemlich erschwert.
Hier könnten genauso gut "Zebra", "Take Care" oder "Walk In The Park" stehen.
- "They say we can go far, but they don´t know how far we go."
#02 The National - Bloodbuzz Ohio
"Bloodbuzz Ohio" hat ziemlich schnell bei mir eingeschlagen. Nach dem ebenfalls großartigen Boxer war es eigentlich nur noch eine Frage der Zeit, bis der 5er aus Brooklyn Lieblingsbandstatus bei mir erreichen würde. Spätestens mit dieser zwiespältigen Ode an die Heimat ist das gelungen. Über eine Woche habe ich bestimmt nichts anderes gehört und kann mich bis heute nur schwer vom Song trennen.
- "The floors are falling now from, everybody I know."
#01 Arcade Fire - The Suburbs
Gott, was habe ich diesen Song anfangs unterschätzt. Als der Vorbote des gleichnamigen Albums irgendwann im späten Frühling den Weg in meine Gehörgänge fand, war ich zwar angetan, aber mehr als ein "ziemlich nett" war mir nicht zu entlocken. Im Laufe der Monate passierte genau das, was bei vielen Lieblingssongs passiert: er wuchs und wuchs und hat bis heute noch Luft nach oben. Das Lied summiert alles, was ich an Arcade Fires idealisiertem Kindheitsalbum so sehr liebe. Die etwas kitschigen Texte, die Nostalgie und das Timbre in Win Butlers Stimme. Dazu kommt das sagenhafte
Video von Direktor Spike Jonze, der sich auch für "Wo die wilden Kerle wohnen" verantwortlich zeigt.
- "So can you understand, that I want a daughter while I´m still young?
I want to hold her hand and show her some beauty before this damage is done.
But if that´s too much to ask, if that´s too much to ask,
send me a son."
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Dienstag, 1. Februar 2011
Donnerstag, 27. Mai 2010
sleeping is giving in.
Seien wir doch mal ehrlich.
Die einzige Band, die in diesem Jahr The National noch den Titel "Album des Jahres" streitig machen kann, sind Arcade Fire.
Drüben bei pitchfork gibt es schon seit ein paar Tagen winzig-kurze Snippets zu der Doppelsingle
"The Suburbs" / "Month Of May". Jetzt ist es endlich soweit und das Ding ist auch in voller Länge zu hören.
Bis jetzt bin ich zu "Month Of May" noch gar nicht gekommen, weil der erste Song so verdammt großartig ist und bestimmt zum zehnten Mal auf Repeat läuft.
Mittwoch, 12. Mai 2010
Aus heiterem Himmel.
Vielen, vielen Dank an den gut frisierten, mir natürlich gänzlich unbekannten, feinen Kerl, der mein Blog bei Ehrensenf empfohlen hat.
Als Revanche sei hier für seinen TumblrBlog geworben:
http://muniradi.tumblr.com/
Und weil hier kein Post ohne musikalisches Highlight auskommt und euch die enorme Armut an Beiträgen über The National schon aufgefallen ist, gibt es noch flink das phänomenale Video zu
"Bloodbuzz Ohio".
Sonntag, 25. April 2010
The National - High Violet.
Am Anfang war der Zweifel. Lieblingsband zu bleiben ist bekanntermaßen um einiges schwerer als überhaupt Lieblingsband zu werden. Und so sind die unterbewussten Erwartungen an das neueste Werk von The National eigentlich gar nicht zu erfüllen. Zu groß scheint der Vorgänger „Boxer“, der sich auch 3 Jahre nach der Veröffentlichung weigert, irgendetwas von seiner Magie einzubüßen.
Die Vorzeichen stehen allerdings nicht schlecht. Nach der eher durchwachsenen EP „You´ve Done it again, Virginia“, ist das letzte Lebenszeichen der Band ein durchweg großartiges. „So Far Around the Bend“ stellt eines der vielen Highlights auf der Compilation „Dark was the night“ dar. Danach wird es ein Jahr ruhig um das Quintett aus Brooklyn. Die Band zieht sich zurück um ihr 5tes Album im eigenen Studio zu schreiben und aufzunehmen.
Getrieben werden sie dabei von ihrem schier unendlichen Perfektionismus. Immer wieder werden die Parts verändert, ganze Songs verworfen, bis alle zufrieden sind. The National leben von keinem genialen einzelnen Songwriter, sie leben von ihren Reibungen. Auf der einen Seite das Brüderpaar Dessner an den Gitarren, beide studierten Musik in Yale, auf der anderen Sänger Matt Berniger, der weder ein Instrument spielen, noch Noten lesen kann. Und es trotzdem durch sein außergewöhnliches Organ und seine poetischen Alltagsbeobachtungen schafft, der Musik eine völlig neue Dimension zu verleihen. Die Dessners sind die Theoretiker, Berniger das Herz.
Mittendrin ist die Erleichterung. Egal wie groß die Vorgängeralben waren, die 5 aus New York haben sich selbst übertroffen. Es gibt kein zweites „Fake Empire“, aber das Songwriting wirkt ausgefeilter, homogener und die Songs sind noch ein Stück näher zusammen gerückt. Dabei schafft die Platte den wahnsinnigen Spagat zwischen Pop und Kunst. Das hier ist immer noch keine Musik für ein Sonntagsnachmittagsradio.
Die Arrangements sind opulenter und intimer zugleich geworden. Überall schwingen Bläser, Streicher und Hintergrundchöre mit, ohne das Ganze überflüssig erscheinen zu lassen. Dessner sagt dazu, dass kein Instrument bloß als Zuckerglasur oben drauf gepackt wird, sondern seinen Sinn im Song erfüllen muss. Und tatsächlich wäre High Violet ein anderes Album, hätten The National ihre Angst vor dem Epischen nicht abgelegt.
Dazu: immer wieder diese Texte. Die Platte ist Bernigers lyrisch stärkste, weil konkreteste. Er beklagt den Sommer, lebt von Kaffee und Blumen und beobachtet verstört das Leben in New York. Dann denkt er darüber nach, dem Wahnsinn der Stadt zu entfliehen, nur um festzustellen, dass ein Zurück keine echte Alternative ist („Bloodbuzz Ohio“). Überhaupt ist New York eine der großen Inspirationen seiner Texte. Sei es nun die Radio City Hall, die versinken soll oder das Tempo der Stadt, das es ihm schwer macht, Schritt zu halten.
„High Violet“ ist Musik ohne Ausfälle. Es ist ein Album, gemacht für Kopfhörer und geduldige Ohren und es wächst genau wie die Band auf natürlichem Wege kontinuierlich nach Oben. Wer sich die Zeit nimmt, entdeckt bei jedem Hördurchgang neue Facetten an den Songs, die auch einzeln ganz wunderbar funktionieren. Besonders stark werden sie allerdings im Kontext des Ganzen. Ein Hoch auf die Repeat Taste.
Am Ende steht die Verzweiflung. The National haben ein Stück Musik geschaffen, dem man mit Worten einfach nicht gerecht werden kann. Diese Formulierung mag in manchen Promotexten ein ausgeschlachtetes Klisché sein, hier ist sie längst überfällig. Auch „High Violet“ ist kein Album, das auf den ersten Blick jeden mitreißen wird. Wer entnervt von der Montonie in Bernigers Stimme, oder der wenig oberflächlichen Instrumentalisierung schon früh aufgeben möchte, Bitteschön. Alle anderen werden ein Wespennest voller epischer Melodien, tiefgründiger Texte und großer Songs entdecken.
Als Anspieltipp sei jedem „Conversation 16“ ans Herz gelegt, der Song hat Lieblingsliedcharakter.
Die anderen zehn auch.
10/10
Samstag, 13. März 2010
Montag, 25. Januar 2010
feiertag.
Der schönste Tag des Jahres wird vermutlich irgendwo im Mai liegen.
Denn genau da veröffentlichen The National ihr neues Album, den bis dato unbetitelten Nachfolger zu Boxer, dessen Bedeutung ich wohl nicht weiter erläutern muss.
Und weil das an guten Nachrichten noch nicht auszureichen scheint, packen die Brooklyner noch ein paar Tourdaten obendrauf:
04/22-23 - Richmond, VA @ The National Theater
05/06 - London, England @ Royal Albert Hall
05/07 - Paris, France @ Le Zenith
05/09 - Berlin, Germany @ Astra
05/22 - Los Angeles, CA @ The Wiltern
05/23 - San Diego, CA @ Spreckels Theater
05/27 - Oakland, CA @ Fox Theater
06/02 - Boston, MA @ House of Blues
06/05 - Philadelphia, PA @ Electric Factory
06/06 - Washington DC @ DAR Constitution Hall
06/08 - Toronto, Ont. @ Massey Hall
06/16 - New York, NY @ Radio City Music Hall
Bleibt nur zu hoffen, dass neben dem Berlin Date noch weitere Deutschland Daten eingeplant sind.
Matt Berniger beschreibt das Werk mit folgenden Worten:
"We started out trying to make a fun pop record. I had the word HAPPINESS taped to my wall. We veered off that course immediately. We've narrowed it down to about 15 songs now and it's going to be our best record (one song you can dance to) but it can't be described as happy."
Und weil es bis Mai noch ziemlich lange hin ist:
Denn genau da veröffentlichen The National ihr neues Album, den bis dato unbetitelten Nachfolger zu Boxer, dessen Bedeutung ich wohl nicht weiter erläutern muss.
Und weil das an guten Nachrichten noch nicht auszureichen scheint, packen die Brooklyner noch ein paar Tourdaten obendrauf:
04/22-23 - Richmond, VA @ The National Theater
05/06 - London, England @ Royal Albert Hall
05/07 - Paris, France @ Le Zenith
05/09 - Berlin, Germany @ Astra
05/22 - Los Angeles, CA @ The Wiltern
05/23 - San Diego, CA @ Spreckels Theater
05/27 - Oakland, CA @ Fox Theater
06/02 - Boston, MA @ House of Blues
06/05 - Philadelphia, PA @ Electric Factory
06/06 - Washington DC @ DAR Constitution Hall
06/08 - Toronto, Ont. @ Massey Hall
06/16 - New York, NY @ Radio City Music Hall
Bleibt nur zu hoffen, dass neben dem Berlin Date noch weitere Deutschland Daten eingeplant sind.
Matt Berniger beschreibt das Werk mit folgenden Worten:
"We started out trying to make a fun pop record. I had the word HAPPINESS taped to my wall. We veered off that course immediately. We've narrowed it down to about 15 songs now and it's going to be our best record (one song you can dance to) but it can't be described as happy."
Und weil es bis Mai noch ziemlich lange hin ist:
Samstag, 3. Oktober 2009
Lass uns Freunde bleiben.
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