Die letzten Tage (oder vielmehr die gesamte letzte Woche) ist es ziemlich ruhig hier gewesen, was vor allem daran lag, dass sich bis auf the gaslight anthem nicht viel in meinen Gehörgängen rumtrieb.
Diese Einöde durchbricht nun ein Projekt, das schon länger durch die Blogosphäre geistert, mich aber erst jetzt richtig überzeugen und in seinen Bann ziehen konnte.
Die Rede ist von Washed Out, wofür in erster Linie Ernest Greene verantwortlich ist, der es ganz wundervoll schafft auf der Schwelle von Sommer zum Herbst zu stehen ohne vorne- oder hintenüberzukippen. So sind seine Songs weder übertrieben opulent noch zu introvertiert und erinnern mich vom Gefühl her ein bisschen an Bibio, dem ja eine ähnliche Sommermelancholie nachgesagt wird.
Die EP mit dem passenden Titel Life Of Leisure enthält 6 Tracks, die alle in eine ähnliche Kerbe schlagen. Wer trotzdem noch immer nicht überzeugt ist, kann sich bei last.fm jeden Titel in voller Länge anhören.
Wenn irgendwas gerade wirklich ganz fabelhaft zu Wetter, Stimmung und sich neigender Jahreszeit passt, ist es zweifelsohne die Musik von Stephen Wilkinson, der unter dem Namen bibio gerade das Album Ambivalence Avenue veröffentlicht hat, welches jetzt schon getrost zu dem Besten zählen darf, was sich in der Jahresschublade Folktronica so versteckt.
Querverweise fallen schwer, da Lo-Fi Gitarren gepaart mit Wilkinsons subtil verträumter Stimme und Vintage Synthesizern ein ganz eigenes Klangkostüm bilden. Die Kritiker reiben sich schon freudig die Hände und so dürfte es auch jedem gehen, der sich einmal die Zeit für dieses Album nimmt. Wem das ganze Loungerumgeier mit den Konsorten von Air und Zero 7 zu langweilig geworden ist darf hier auch zugreifen. Alle anderen natürlich auch.
Den Song Lover´s Carvings gibt es hier als Hörprobe.